Online-Yoga: Tag 3 – Anruf in Abwesenheit

Online-Yoga: Tag 3 – Anruf in Abwesenheit

Um 19:30 Uhr beschließe ich: Es ist noch nicht zu spät für Runde 3 – Yoga am Abend kann sehr entspannend sein. Die untergehende Sonne scheint in mein Wohnzimmer, während ich meine Matte ausrolle und ein passendes Video auswähle. Ich setze Häkchen bei Entspannung (Abend) und Hüftöffner, weil ich die so mag und vor allem auch besser kann als alle Übungen, bei denen die Beinrückseiten gedehnt werden. Ohne lang zu überlegen oder mich zu wundern, dass mit dieser Auswahl auch Mit Yoga in den Tag starten vorgeschlagen wird, entscheide ich mich für Kimberley Steebs Sunset Yoga. Die Kulisse in diesem Video ist eine der schönsten, die es meiner Meinung nach für Yoga gibt. Das Meer. Und der Himmel. Hach, ein Yoga-Retreat auf einer wunderschönen Insel, jeder Tag beginnt kurz nach Sonnenaufgang mit Sonnengrüßen am Strand, eine leichte Brise… Ich schweife ab. Kimberley hat ihre Matte auf einem Steg ausgebreitet und beginnt in Shavasana. Ich habe die Variante mit Musik gewählt, was ich zunächst für einen Fehler halte, denn das Flötenkonzert im Hintergrund ist, ääh, Geschmacksache und lenkt mich von meiner Atmung ab. Im Laufe der 44 Minuten wird die Musik zum Glück besser. Und Kimberley nimmt mich mehr ran, als ich bei dieser Abend-Entspannung erwartet hatte. Sonnengruß, Krieger, Bogen – ich mag, wie Kimberley (oder ihre Synchronstimme) die  Übung erst präzise erklärt und dann, während ich die Position halte, den Namen auf Sanskrit sagt, als wäre er ein Gebet. Dhanurasana. Das klingt nach so viel mehr, als auf dem Bauch zu  liegen und die Füße mit den Händen zu greifen. Dazu das leise Rauschen des Meeres – wieder einmal denke ich: Ich sollte viel häufiger Yoga machen.

Nach einem 2-minütigen Schulterstand, den ich bereits nach der Hälfte der Zeit unangenehm im Rücken spüre, schließt Kimberley mit der Brücke, dem Fisch und schließlich Shavasana. Im Gegensatz zu den beiden vorigen bricht das Video hier nicht ab, sondern begleitet mich bei dem Versuch, meine Gedanken ziehen zu lassen. Das fällt mir ohnehin schwer, doch heute liegt es nicht allein an meinem nervösen Hirn – das Telefon klingelt. Erst das Festnetz, dann mein iPhone. Ich gehe nicht ran, aber das Klingeln bringt mich aus dem Konzept. Vielleicht was Wichtiges? Egal, ich mache das hier erst zu Ende. Mist. Wo war ich? Merke: Telefone ausschalten oder wegräumen beim Online-Yoga. Dann klappt es vielleicht auch irgendwann mit der Tiefenentspannung.

Und wo würdet Ihr am liebsten mal Yoga machen? Auch am Meer? Oder ganz woanders?

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