Brownies, für die es sich zu sterben lohnt

Brownies, für die es sich zu sterben lohnt

Hattet Ihr einen schönen Feiertag? Wir haben die Sonne an der Strandperle genossen – so toll, wenn es einen Ort mit so vielen schönen Erinnerungen gibt, an den man immer wieder zurückkehren kann, wenn einem danach ist… Allerdings war gefühlt halb Hamburg unten an der Elbe unterwegs. Dann ist es auch wieder sehr hilfreich, wenn man noch ein paar mehr Orte kennt, auf die man ausweichen kann.

Ich hatte Euch ja noch einen Tipp versprochen, für leckeren Kaffee und Kuchen. Also falls Ihr am Wochenende mal was Neues ausprobieren wollt, steuert den Stellinger Weg 38 a in Eimsbüttel an. Dort ist vor zwei Wochen Fräulein K mit ihrem zauberhaften Café eingezogen.

Fräulein K

Im Stellinger Weg gibt es ein paar ganz urige Läden, in denen irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wenn man daran vorbei läuft, bekommt man eine leise Vorstellung davon, wie Hamburg vielleicht vor 50 Jahren ausgesehen hat. Manchmal, wenn ich mir alte Schwarzweißfotos anschaue, wünsche ich mir, ich hätte in einer anderen Zeit gelebt. Voraussetzung wäre allerdings, dass es in der Dekade meiner Wahl erstklassigen Milchkaffee gäbe.

Also vielleicht bleibe ich doch einfach bei 2013, denn da kann ich sicher sein, dass ich bei  Fräulein K einen kräftigen Kaffee (aus der Moguntia Kaffeerösterei) und dazu hausgebackenen Kuchen bekomme. Ich habe den Brownie probiert, für den es sich laut Besitzerin Amelie zu sterben lohnt. Mein Leben stand zum Glück nicht auf dem Spiel, doch für etwas so Schokoladiges würde ich jederzeit zumindest meinen Hüftumfang riskieren.

Am liebsten hätte ich noch den Buttermilch-Apfel-Mohn-Kuchen probiert, der so verlockend auf dem Tresen stand, doch zu lang gezögert und – schwupps – war er alle. Denn wir waren ja nicht die Einzigen, die das freundliche Fräulein K bewirtete. Trotzdem hatte sie zwischendurch ein paar Minütchen Zeit, uns ihre Kaltgetränke vorzustellen und einen Teil ihrer Lebensgeschichte zu erzählen.

Amelie ist nämlich eigentlich Ärztin, hat sich mit dem Fräulein K aber erstmal einen Traum erfüllt. Richtig so, finde ich – erstens bin ich absolut dafür, sich seine Träume zu erfüllen, aber hallo, zweitens bin ich immer sehr erfreut über jedes hübsche Café in meinem Kiez. Vor allem, wenn es was ganz Neues zu probieren gibt.

Fräulein K

Die Entscheidung fiel nicht leicht, denn Amelie hat so viel Leckeres in ihrem Kühlschrank, das Frauenherzen höher schlagen lässt. Die Männer waren mit einem Wulle Bier glücklich, ich habe eine Flasche Sechzisch Vierzisch probiert – Roséwein mit Orangenlimonade. Prickelnd, süß, erfrischend, serviert in einer hübschen Flasche. Volltreffer!

Mein Liebster, der alte Marketing-Fachmann, wollte wissen, wonach Amelie die Getränke für ihr Café ausgewählt hat. Mit der Antwort „Gibt es in Hamburg noch nicht“ hatte er wohl nicht gerechnet. Dabei ist das so ein tolle Idee, also jetzt nix gegen Lemonaid, Bionade & Co., aber so ein Fritz Müller Perlwein oder AiLaike Eistee haben eben einfach noch gefehlt in Hamburg.

Ich war schon oft in der Situation, dass ich mir gewünscht habe, bitte endlich doch Bier zu mögen, weil man dann immer weiß, was man bestellen soll, egal, wo man ist – Bier geht einfach immer. Morgens um Vier in einem Londoner Pub oder in einer verschlafenen Strandbar auf einer karibischen Insel: Bier ist Bier und direkt aus der Flasche getrunken auch in hygienisch zweifelhaften Etablissements unbedenklich zu konsumieren.

Da das mit mir und dem Bier wohl nichts mehr werden wird in diesem Leben, wünsche ich mir stattdessen: bitte mehr Fräulein Ks für diese Welt! Mehr mit Liebe gebraute Getränke in phantasievoll gestalteten Flaschen! Jawohl!

Darauf ein spritziges Sechzisch Vierzisch. Trinkt Ihr eins mit? Ich empfehle dazu einen Brownie. Oder Buttermilch-Apfel-Mohn – falls noch ein Stück da ist…

Café Fräulein K
Stellinger Weg 38 a
20255 Hamburg
http://www.facebook.com/dasfraeuleink

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