Hüpfen, Fliegen, Nervenkitzel.

Hüpfen, Fliegen, Nervenkitzel.

„Wenn du nicht Teil der Lösung bist, bist du Teil des Problems.“ Ein Satz, den ich sehr mag. Er lässt sich bei vielen Gelegenheiten einsetzen. Zum Beispiel, wenn man nachts um Eins  im Hotelzimmer und natürlich schon im Schlafshirt feststellt, dass man die Zahnpasta vergessen hat, und der Liebste Zähneputzen auf einmal total überbewertet findet. Das ist natürlich nur ein Beispiel, nicht dass mir das so oder so ähnlich passiert wäre.

Auf jeden Fall möchte ich Euch hier ja nicht nur von Problemen und Herausforderungen erzählen, sondern auch Ideen und Lösungen mit Euch teilen. Zum aktuellen Thema „den Moment genießen“ habe ich deswegen meine bisherigen Top 3 für Euch zusammengestellt – Situationen aus unseren Flitterwochen, in denen mein Hirn einfach mal kurz die Klappe gehalten hat. Schön war das.

Hier kommt mein Platz 3: In unserer Unterkunft in Crystal Springs gab es einen kleinen Spielplatz mit zwei Trampolinen. Angeblich verbrennt man ja bei 10 Minuten Trampolinspringen so viele Kalorien wie bei 30 Minuten Joggen – aber das war nicht der ausschlaggebende Grund, weshalb ich unbedingt eine Ründe hüpfen wollte.

Am zweiten Abend nach dem Essen, es war schon dunkel und der Spielplatz menschenleer, war es so weit. Der Liebste hielt mich für bekloppt, natürlich hatte er viel zu viel gegessen, um sich zu dieser späten Stunde auf ein so gewagtes Abenteuer einzulassen, aber seine träge Abwehrhaltung ließ mich denken: Jetzt erst recht. Und dann sprang er sogar vor mir auf die Gummimatte, während ich noch überlegte, ob ich die Schuhe ausziehen muss. Typisch. Fehlte nur noch, dass er wieder behauptete, es wäre seine Idee gewesen.

Ich hopste auf das Trampolin daneben, über mir der Mond am schwarzen Nachthimmel, und hörte nichts außer dem Quietschen der Sprungfedern und dem Surren der Insekten in den Bäumen. Einer dieser Momente, in denen man nicht anders kann als breit zu grinsen. Ich flog voll auf den Hintern und sah alles andere als graziös dabei aus, mich wieder aufzurichten, vor allem weil ich mich dabei totlachen musste. Der Liebste schaffte es, sich bei einem ähnlichen Kunststück ohne Hände die Kapuze seines Pullis aufzusetzen und freute sich wie blöd darüber.

Zusammenfassend kann ich sagen: Trampolinspringen ist eine 1A-Aufwärmübung, um sich in den ersten Urlaubstagen mal so richtig locker zu machen. Vor allem im Kopf.

Ein paar Tage später steigerten wir uns zur fortgeschrittenen Variante. Mir wird ja immer ein bisschen mulmig, wenn ich einen Helm tragen und dann auch noch in ein kompliziert aussehendes Geschirr aus Gurten und Ösen steigen muss.

Ein bisschen angespannt war ich schon, als wir mit dieser Ausrüstung in den Wald gefahren wurden und auf die erste Plattform kletterten, hoch oben über den Baumwipfeln. Zwischen uns und der nächsten Station 230 Meter vor uns: nichts als ein beunruhigend langes Stahlseil. Auf gar keinen Fall gehe ich als Erste! Mutige vor, bitte.

Aber es hilft ja nichts. Unser Guide hängt mich als Zweite ans Seil, wartet auf das Zeichen seines Kollegen, der schon drüben ist – und los geht’s. Ich fliege. Im Tal unter mir rasen die Bäume vorbei. Die Gurte halten mich sicher, trotzdem ist nichts zwischen mir und der Natur um mich herum. Meine Knie sind wie Gummi, als ich auf der Plattform lande. Abgefahren.

Bei der nächsten Station breite ich die Arme aus, als ich losfliege, und zeige der Angst den Mittelfinger. Den überflüssigen Gedanken sowieso. Ein „Skywaytrail“ durch den Wald: Platz 2 auf meiner Hitliste.

Skywaytrails Trails South Africa

Zu anstrengend soll es hier ja auch nicht werden. Ich hab da noch was Ruhigeres für Euch. Wenn Ihr das 1:1 nachmachen wollt, müsstet Ihr nach Südafrika kommen – was ich sehr empfehlen kann, aber natürlich nicht immer so einfach umzusetzen ist. Also abgewandelte Varianten funktionieren sicher auch.

Meine geht so: am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, oder auch in der Abenddämmerung ein Plätzchen finden, an dem Löwen (hier ggf. Lebewesen nach Wahl einsetzen) es sich gemütlich gemacht haben. Auf unserer ersten Safari sind uns acht Löwinnen begegnet, die offensichtlich auf der Jagd nach Futter waren. Die männlichen haben wir auch noch gefunden – zwei Brüder, die aufreizend langsam durch die Steppe stolzierten (der Gang dieser Jungs hat einfach was sehr Erotisches, ich kann es nicht anders sagen) und später im Busch Rast machten.

Der durchdringende Blick aus diesen grün schimmernden Augen, wenn einer der Löwen sich dazu herablässt, uns anzuschauen. Die Mähne, die den Kopf umrahmt wie ein Gemälde und die ganz bestimmt noch nie etwas von einem Bad-Hair-Day gehört hat. Die Kraft in dem Zucken eines einzigen Muskels unter dem ebenmäßigen Fell. Und natürlich der Nervenkitzel, im offenen Jeep nur drei Meter entfernt von all dem zu sitzen und sich auf das Wort des Rangers zu verlassen, dass die Tiere die Autos von kleinauf gewohnt sind und uns nicht angreifen werden. Da verkrümelt sich alles aus meinem Hirn, was in diesem Augenblick dort nichts verloren hat.

Fasziniert sein von ausgewachsenen Raubkatzen in freier Wildbahn: mein unangefochtener Platz 1.

Löwe im Balule Game Reserve

Als nächstes geht es an die Küste des Indischen Ozeans. Am Strand stehen, die Nase in den Wind halten, das Meer riechen – das ist auch so ein Moment. Kommt Ihr mit?

Ein Gedanke zu “Hüpfen, Fliegen, Nervenkitzel.

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