Teil 2: Ernährung mit Baby. Die Relevanz der ersten 1.000 Tage

1000_Tage_GutskuecheLiebe werdende Muttis: Bitte esst mehr Fisch! Eine ganz wunderbare Erkenntnis, die ich vom 1.000 Tage-Event in der Gutsküche mitgebracht habe. Ein Biolandgut, ein Spitzenkoch, zwei Ernährungsberaterinnen und viele Babys mit ihren Müttern – die Zutaten für einen spannenden Tag. Oder? Ich war neugierig.

Wenn eine Veranstaltung mit Franzbrötchen, Croissants, einer Saftbar und Kaffee beginnt, kann ja eigentlich nur alles gut werden. Die Gutsküche ist ein großes, helles Restaurant mit einer Showküche, die wie eine Bühne als Herzstück hinter den Tischen und Stühlen thront. Der Kleine hat erstmal genug zu gucken und schnappt sich das Büchlein „Kochen für Kleinschmecker“, um ausgiebig darauf herumzukauen.
1000_Tage_Saftbar

Dann begrüßt uns Stefan von Milupa, der Gastgeber des Events, und kurz danach dürfen wir auch schon das Buffet beschnuppern, um das es heute geht. Das ist nämlich nicht irgendein Buffet, sondern ein sorgfältig komponierter Ernährungs-Leitfaden für die „ersten 1.000 Tage“, das heißt, vom Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes. Für Phase eins, also die Schwangerschaft, steht da eine Müslibar, mageres Rindfleisch und, ja tatsächlich, Räucherlachs. Spitzenkoch und Gutsküchen-Inhaber Matthias Gfrörer erklärt: „Der Lachs war im Rauch, ist also nicht mehr roh und daher auch für Schwangere unbedenklich. Natürlich immer frisch und von erstklassiger Qualität!“

Ich gestehe: Gegen Ende meiner Schwangerschaft habe ich mich sogar Sushi getraut. Meine Hebamme hatte gesagt, ich dürfe. Aber das muss natürlich jede für sich entscheiden. Wer sich nur mit „gut durch“ wohlfühlt, was viele Ärzte auch so empfehlen, der möge bitte dabei bleiben.

Matthias sagt noch mehr tolle Sachen. „Meine Frau hat während ihrer Schwangerschaften alles gegessen, worauf sie Lust hatte und auf ihr Gefühl gehört.“ Eine entspannte Schwangere also! Hoffentlich sorgen solche Veranstaltungen wie diese dafür, dass es davon viel mehr gibt. Ein Baby im Bauch zu haben bedeutet nämlich nicht, dass man auf einmal den Parmesan auf der Pasta argwöhnisch beäugen müsste. „Nur sehr wenige Käsesorten bestehen tatsächlich aus Rohmilch,“ sagt Matthias. Und die müssen gekennzeichnet sein an der Käsetheke.

Ich mag diese Einstellung: Esst gesunde Sachen in der Schwangerschaft – aber macht euch nicht verrückt. Und vor allem: Mit dem Jieper aufs Lachsbrötchen will der Körper uns ja was sagen. Meist weiß der nämlich am besten Bescheid, was wir gerade brauchen. Wochenlang habe ich Fischöl-Kapseln geschluckt für den kleinen Untermieter. Da sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LCP) wie Omega-3-Fettsäuren drin, die normalerweise in fettreichem Seefisch (z. B. Lachs, Hering oder Makrele) stecken. Und die sind wichtig für Babys Gehirnentwicklung und sein Sehvermögen. Aber schön war das nicht.

In der Stillzeit wird es nicht wirklich besser. Wenn man danach sucht, findet man genauso viele Vorschriften und Verbote – nur andere als für die Schwangerschaft. Juhu, endlich wieder Sushi und (wer’s mag) Mettbrötchen – aber lieber vorsichtig mit Orangen, nicht dass das Baby einen wunden Po bekommt. Und was genau fällt eigentlich unter „blähendes Gemüse“? Also das Mettbrötchen besser ohne Zwiebeln und vom Blumenkohl und seinen Verwandten lieber die Finger lassen? Was ist mit Kaffee? Und Kuhmilch?

1000_Tage_BannerMir war das alles zu kompliziert, zu ungenau und nicht überzeugend. Manchmal liefert dieses Internet einfach viel zu viele Informationen, die sich gegenseitig widersprechen und einem das Hirn verkleben. Also weg damit und auf den eigenen Körper gehört.

Nun gut. Aber was ist mit den Nährstoffen? In meiner Erinnerung an die ersten Wochen mit Baby sehe ich mich mit dem Mini in der Trage vorm Bauch im Wohnzimmer auf und ab wippen, ich völlig unterzuckert, mit den Nerven und dem Kreislauf am Ende. Ich schob mir in den Mund, was gerade an Essbarem greifbar war und wofür ich bestenfalls nur eine Hand brauchte. Die von meiner Schwester liebevoll gerollten Stillkugeln waren schneller alle, als sie „Happy Wochenbett“ sagen konnte. Und jetzt, JETZT höre ich von den Milupa Profutura mama Müsliriegeln mit Jod, Folsäure und DHA. Nein, natürlich ist das nicht das Gleiche, als würde man vier Portionen fetten Seefisch pro Woche essen. Aber allemal besser als ein großes Stück Marmorkuchen zu verdrücken. (Ich? Nein. Kann nicht sein. Daran würde ich mich erinnern. Oder? Diese Stilldemenz…)

Aktuell sind wir in der Breiphase. Ich bin froh und dankbar, dass der Kleine so gut wie alles isst, was ich ihm in den Mund schiebe. Teile davon landen zwar in Form eines klebrigen, mit Babysabber vermischten Sprühregens auf Möbeln, Fußboden und mir, aber die übrigen 97 % schaffen es auf direktem Weg in den Magen, bis das Schälchen leer ist. (Anfangs war das Verhältnis übrigens umgekehrt.) So läuft es auch heute mit dem Pastinakenbrei in der Gutsküche – obwohl gar kein Fleisch drin ist. Das liebt er nämlich. Das Eisen aus dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei braucht er zum Wachsen, sagen die Experten. Ganz der Papa, denke ich…

Das vierte Kapitel der 1.000 Tage ist die Kleinkind-Phase. Darauf bin ich gespannt. Ist das nicht die Zeit, in der das große Gemäkel losgeht und die Kleinen nur noch helles Toastbrot ohne Rand essen wollen, und andere Nährstoff-Nullnummern? Von Milupa gibt es für solche Fälle Kindermilch mit Jod und Vitaminen. Gut zu wissen.

Mein Fazit des 1.000-Tage Events: Leckeres Essen, entspannte Atmosphäre, nette Gespräche und nützliche Infos – ganz ohne Vorträge mit erhobenem Zeigefinger. Herzlichen Dank an Milupa und die Gutsküche für die Einladung!

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Milupa entstanden. Ganz viele Infos zum Thema findet Ihr auch unter www.aptawelt.de.

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