Berlin mit Baby: Ein Wochenende im 25hours Hotel Bikini Berlin

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Ein später Freitagnachmittag, ich sitze mit Mann und Kind im neuen Vapiano am Gänsemarkt und jongliere mit der Gabel, meiner Pasta, dem Obstgläschen für den Kleinen – und, natürlich, dem iPhone. Nachricht von Chris: „Könntest Du am Samstag in vier Wochen fürs marryMAG nach Berlin…?“ Wahrscheinlich rechnet sie mit einer Antwort wie: „Bist du bekloppt?! Ich hab null Zeit im Moment, weißte doch.“ (Natürlich mit sechs Tippfehlern, eingestreut von den kleinen Patschehändchen auf meinem Schoß.) Aber ich schreibe zurück: „Oah. Muss ich gucken, wie ich das hinkriege. Aber Bock hab ich.“ Chris flippt aus. Und ich denke: ein Samstag, der nicht von Schläfchen und Mittagsgläschen strukturiert wird und endlich mal wieder die Frage WAS ZIEH ICH AN statt Geht das noch oder sind da Breiflecken drauf?

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Ich könnte Mann und Sohn zu Hause lassen und mir mindestens 24 Stunden Auszeit nehmen – das allererste Mal in neun Monaten über Nacht weg sein. Verlockender Gedanke. Abends einschlafen und wissen: Ich stehe erst wieder auf, wenn ich Hunger auf Frühstück habe… Ein Traum! Und was tue ich? Frage den Mann: „Hast du Lust mit dem Kleinen mitzukommen nach Berlin?“ Diese Mama-Hormone sind echt nicht ganz dicht. „Dann können wir endlich mal im 25hours Hotel übernachten und abends im NENI essen gehen, während der Mini schläft!“ schiebe ich hinterher. „Vielleicht schaffen wir sogar noch einen Drink in der Monkey Bar.“ Okay, Hormone und monatelanger Cocktail-Entzug. Gefährliche Kombination.

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Der Mann hat Lust. Er kommt ja auch nicht mehr so viel raus im Moment. Behauptet er zumindest. Statt ein kleines Köfferchen für eine Nacht allein zu packen, bestelle ich also noch schnell einen Thermobecher für den Mittagsbrei, buche ein Zimmer mit Babybett im 25hours und überlege, wann wir am besten losfahren, damit der Kleine unterwegs möglichst viel schläft. Was er dann natürlich nicht tut. Baby-Bespaßungsmodus ON. Ich versuche, nicht daran zu denken, wie es wäre, jetzt im Zug zu sitzen und die Gala zu lesen. Bestimmt würde da sowieso jemand neben mir ein Ei-Brötchen essen und TwoDots auf dem Handy spielen, mit laut gestellten Tastentönen.

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Wir kommen ohne Katastrophen in Berlin an. Parken im Parkhaus und schieben mit Kinderwagen und Gepäck zur Rezeption. Bis unser Zimmer fertig ist, lümmeln wir uns mit Kaffee und Croissants in die Woodfire Bakery. Okay, wir trinken Kaffee und einer von uns springt alle zehn Sekunden auf, um das Baby aus dem Postkarten-Ständer zu ziehen oder das Porzellan außer Reichweite zu bringen. Trotzdem gemütlich hier am Kamin.

Wir bekommen ein Jungle Zimmer mit Hängematte und Blick über den Zoo. Und Babybett. Es steht direkt am Fenster, mit allerbestem Ausblick – und natürlich findet der Kleine unseren Vorschlag, dort jetzt ein Schläfchen zu machen, absolut lächerlich. Wir lümmeln also alle gemeinsam auf dem großen Bett herum, bis die Männer mich zum Alexanderplatz fahren. Ein paar Stunden zwischen Hochzeitstorten, Glitzergirlanden und Brautkleidern auf dem Love Circus Bash sind Konfetti im Mutti-Alltag. Mit Prosecco und Finger Food zum Abschluss. Fühlt sich ein bisschen an wie früher. Wenn ich bloß nicht so müde wäre! Na ja. Ist ja auch schon fast Neun.

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Mit dem Taxi schnell zurück ins Hotel. Der kleine Mann schläft, der Große wartet mit knurrendem Magen, dass ich endlich auftauche. Ich werfe vor der Zimmertür meine Jacke ab und vermeide alles, was auch nur den kleinsten Krach macht. Es hat schon Slapstick-Qualitäten, wie wir uns gegenseitig mit extra leiser Flüsterstimme plus Pantomime verständigen, während wir die Babyphone-App aktivieren und uns wieder aus dem Zimmer schleichen. Schläft er noch? Haben wir alles? Hast du auch gerade was gehört? Nein. Alles ruhig. Schnell ins Restaurant. Warte Schatz, du hast deine Schuhe noch in der Hand, willst du die nicht noch schnell anziehen?

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Im NENI Restaurant ist es voll, laut und dunkel. Eigentlich nicht so meins, nach einem eher stressigen Tag – aber seit wir zu Hause abends die Klingel abstellen und einer von uns reflexhaft den Fernseher leiser stellt, bevor im Tatort ein Schuss fällt oder ein Auto explodiert, liebe ich das ja. Stimmengewirr. Musik, die man im Bauch spürt und die auch im Zimmer nebenan noch zu hören ist. Ich habe mich sogar schon dabei ertappt, gierig Zigarettengeruch einzuatmen, weil der so herrlich nach Ausgehen und Freiheit duftet. Aber sowas darf man ja irgendwie keinem erzählen, oder?

Wir trinken Wein und Gin Tonic. Finden den gerösteten Blumenkohl fantastisch. Erzählen. Gucken über Berlin. Genießen den Beat dieser Stadt. Halten uns immer wieder das iPhone ans Ohr. Könnte ja sein, dass die App nicht richtig funktioniert. Davon abgesehen fühlt sich dieser Abend ein bisschen an wie früher. Nur besser…

Letzte Challenge für heute: Schlafengehen. Unser Waschtisch steht offen mitten im Raum – sehr stylisch, aber mit in drei Meter Entfernung schlafendem Baby macht dieses Raumkonzept das Abschminken und Zähneputzen zur Mutprobe. Der Mann haut sich gleich hin. Ich fahre das Minimalprogramm und schaffe es ins Bett, ohne den Zwerg aufzuwecken. Und kann dann lange nicht einschlafen. Irgendwas ist ja immer.

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Wir sind früh wach, genießen alle drei die offene Regendusche und freuen uns aufs Frühstücksbuffet. Eine riesige Auswahl an Müsli, Obst, Brötchen, Rührei, Aufschnitt und Aufstrichen – hier könnte ich stundenlang sitzen. Ich sehe überraschend viele kleine Kinder an den umliegenden Tischen, die alle brav in ihren Kinderstühlchen hocken und am mitgebrachten Spielzeug nuckeln. Mein Sohn möchte auf den Schoß. Und ein Stück von meinem Croissant. Oder wenigstens einen Schluck Kaffee. Okay, aber dann bitte ans Fenster krabbeln und dort nach Steckdosen suchen. Will Mama nicht. Dann zu Papa! Nee, doch lieber Mama. Wieso setzt die mich jetzt wieder in den Kinderstuhl und guckt so komisch? Besser mal lauter quengeln, nicht dass die denkt, ich finde das gut. Was, wir gehen schon wieder? Ging doch gerade erst los. Sind echt voll komisch manchmal, meine Eltern.

Wir machen alle noch mal ein kurzes Nickerchen in unserem Dschungelzimmer. Ich döse vor mich hin und träume von meinem nächsten Wochenende hier, ohne die Männer, mit Drinks an der Monkey Bar bis spät in die Nacht und einem ausgiebigen Katerfrühstück am Morgen, anschließend werde ich in der Sauna mit Zoo-Blick eine Runde schwitzen. Oder zwei. Ach, herrlich wird das. Fast so herrlich wie das vertraute leise Schnorcheln links und rechts neben mir…

P. S.: Das 25hours hat mich weder für diesen Post bezahlt noch meine hier geäußerte Meinung beeinflusst. Die Übernachtung ging aber aufs Haus. Vielen Dank!

Fotos: Stephan Lemke for 25hours Hotels

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