Whisky Tasting im 25hours Hotel Hamburg

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„Was ist das heute Abend noch mal für eine Veranstaltung?“

„Ein Whisky-Tasting, Schatz. Und vorher gibt es Burger.“

„Aber wieso gehst DU denn da hin? Whisky und Burger! Und da kommen nur Frauen, oder wie?“

Der Liebste versteht die Welt nicht mehr. Mein Mann ist eigentlich ein eher modern denkender Mensch, in gewissen Momenten würde ich ihn sogar als emanzipiert bezeichnen. Aber bei der Kombination Whisky und Burger hört die Gleichberechtigung für ihn auf.

Er muss trotzdem zu Hause bleiben. Ich bin zum Blogger Ladies Whisky Tasting eingeladen und kann mir an diesem Freitagabend nichts Besseres vorstellen. Die Woche war wie immer anstrengend. Mittags war ich mit dem Lütten auf dem Presse-Event eines Baby-Labels – tolle Veranstaltung, aber mit einer Gehirnhälfte war ich ständig damit beschäftigt zu verhindern, dass mein Sohn einen halben Liter Lavendel-Limo mit dem Strohhalm inhaliert oder sich, ohne zu überlegen, auf die Challenge „rückwärts die Treppe runter“ einlässt. Jetzt möchte ich bitte nur Erwachsene um mich herum haben und dabei Alkohol trinken.

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Viel zu selten habe ich die Gelegenheit, die Hotels meiner eigenen Stadt zu entdecken. Wirklich schade, denke ich, als ich in der Lobby des 25hours Hotel Number One stehe (das natürlich so heißt, weil genau hier die Geschichte der 25hours Hotels begann). Das Tasting findet in der Bar mit angrenzendem Wohnzimmer statt. Gemütlich. Wenig später habe ich ein Glas Weißwein in der Hand, der mir gleich in den Kopf steigt. Außer ein paar Eventhäppchen habe ich heute nichts gegessen.

Aber ich habe kaum ein paar Sätze mit den anderen Bloggerinnen gewechselt und die Hashtags des Abends geinstagramt, als schon das erste Tablett mit Pommes und Burgern vor uns auf dem Tisch steht. Frisch gebrutzelt im Hingucker-Airstream vor dem Hotel. Ich würde am liebsten alle Sorten probieren, aber obwohl es nur halbe Burger sind – fünf verschiedene Varianten, leider keine Chance. Auch wenn sie wirklich lecker und aus deutschem Bio-Rind sind. Ich brauche Platz für den Whisky und vor allem die nötige Körperspannung für den Barhocker, auf dem ich beim Tasting gleich sitzen soll.

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Jerry aka Herr Lutz hat sechs verschiedene Whiskys auf dem Tresen aufgereiht. Sechs! Der Weißwein in meinen Blutbahnen klatscht begeistert in die Hände. Ich atme tief durch und sage mir: Sechs winzige Schlucke. Diese Dosis hat sicherlich noch niemanden vom Barhocker rutschen lassen. Respekt habe ich aber doch. So ganz ohne erwähnenswerte Whisky-Erfahrung. Die hat übrigens keine der acht Damen hier am Tisch.

Von Whisky-Ambassador Jerry erfahren wir viel über die Range von Glenmorangie und vor allem zum Thema Fassreifung. Der ‚Lasanta‘ zum Beispiel reift zehn Jahre lang in Eichenfässern, in denen zuvor Bourbon gelagert wurde, und dann weitere zwei Jahre in spanischen Sherry-Fässern. Das klingt nach viel Geschmack. Bei mir brennt erstmal nur Alkohol in Mund und Hals. Jerrys Tipp: ein Stück Bitterschokolade knabbern, die nimmt die Schärfe. Und es stimmt. Ich verreibe den Whisky gehorsam mit der Zungenspitze am Gaumen, schmecke Schokolade und holzig-süßliche Noten. Zum Schnuppern gibt es Vanille, Minze, Pfeffer, Muskat und Honig – von Bahrenfelder Bienen, die direkt über uns auf dem Hoteldach fleißig sind. Wir experimentieren, riechen, probieren und ich höre die wildesten Behauptungen, wonach der Whisky schmeckt. Die härteste: „Nach Tod.“ Dem kann ich nicht zustimmen. Karamell, Schokolade, Single Malt – auf meiner Zunge fühlt sich das alles höchst lebendig an.

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Irgendwann verliere ich den Überblick. Der sechste Schluck ist irgendwie schon ziemlich lange her. Ich behaupte einfach mal, mit sechs winzigen Schlucken kommt man eben nicht auf den Geschmack. Am Ende habe ich keine Angst mehr vor Jerrys ‚bösem Buben‘ – dem Ardbeg Uigeadail. Er schmeckt rauchig, torfig und – ich kann mir nicht helfen: nach Schwarzwälder Schinken. Ich schwöre! Eigentlich müssten wir dazu jetzt eine Zigarre rauchen. Nach einem Probierschlückchen verlängern wir diesen eindrucksvollen Schotten zum Whisky Tonic. Ach, das macht Spaß. Ich probiere noch mal ein Schlückchen (nur ein winziges!) vom Glenmorangie Original, den wir als allererstes hatten und denke: Oh. So mild war der doch vorhin nicht. Gibt’s denn das!
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Normalerweise wäre ich längst auf dem Weg nach Hause. Es kommt nicht häufig vor, dass ich die Letzte bin an der Bar. Aber irgendwie verpasse ich den Zeitpunkt – und dann sind nur noch Jerry da und seine bessere Hälfte Coco, und Anna und Stefan vom 25hours. Ein letzter Gin Tonic ist Ehrensache. Und überhaupt. Ich komme so selten raus im Moment, Mann und Kind schlafen sowieso längst – wozu die Eile? Die besten Gespräche führt man doch immer beim letzten Drink. Coco verrät, von Whisky bekommt man keinen Kater am nächsten Morgen. Na dann… Slange Var!

Herzlichen Dank für den wunderbaren Abend an Jerry und Coco, Stefan und Anna und die anderen sieben Blogger Ladies. Es war mir ein Fest. Und das mit dem Kater stimmt tatsächlich.

Hier findet Ihr alle Infos und Termine zu Whisky-Tastings mit Herrn Lutz.

Fotos: Herr Lutz

6 Gedanken zu “Whisky Tasting im 25hours Hotel Hamburg

  1. Welch Freude es macht deinen Text zu lesen. Da zauberst du mir ein Lächeln ins Gesicht. Es freut mich riesig, dass du an dem Abend so viel Spaß und Geschmacksexplosionen hattest!

  2. Ein Glück, dass ich als „Nicht-Lady“ dabei sein durfte. Was für ein Riesenspaß – toll, dass es Dir auch so gut gefallen hat.

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