Coworking im Test: Zwei Monate im MINDSPACE Hamburg {Teil 2}

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Anfang Januar schrieb ich einen Blogpost darüber, dass ich mein Home Office für zwei Monate zeitweise ins MINDSPACE am Rödingsmarkt verlegen würde. Ihr erinnert Euch? Höchste Zeit, dass ich Euch berichte, wie es so gelaufen ist in den letzten Wochen.

Mal überlegen. Wie geplant war ich mindestens einmal die Woche dort, um den Laptop aufzuklappen und beim Kaffeeholen Menschen zu treffen, die mit so abgefahrenen Dingen wie Virtual-Reality-Anwendungen, AcroYoga oder Gin Tastings ihr Geld verdienen. Ich suchte mir gezielt die Tage aus, an denen abends eine Happy Hour oder ein Networking Event stattfand. Meet the MINDSPACERS. Solche Sachen. Darum ging es mir ja schließlich bei der ganzen Geschichte.

Während ich mich vernetzte und meinen homeofficegeschädigten Horizont erweiterte, holten entweder die Babysitterin oder meine Schwiegermutter den Lütten vom Kindergarten ab und bespaßten ihn, bis der Papa die Abendschicht übernahm. Zwischen 21 und 23 Uhr irgendwann schwebte ich schließlich glücklich zur Tür herein, erzählte dem Mann von meinem inspirierenden Tag und gab meinem friedlich schlafenden Sohn einen leisen Gute-Nacht-Kuss.

Okay. Spätestens ab dieser Stelle kaufen die Mütter unter Euch mir diese Story kein Stück ab. Meine Tastatur fängt auch gerade an, wie irre zu lachen. Kommen wir also zur Wahrheit.

Vor unserem ersten Kita-Winter hatte ich monatelang Angst. Ich sah giftig grüne Viren bei uns einziehen, die in meiner Vorstellung kleine kugelsichere Westen trugen und menschliche Abwehrkräfte zum Frühstück aßen. Aber alles blieb ruhig. Bis der Januar kam und einmal die Woche der Kindergarten anrief. Die Viren hatten das Kommando übernommen und fanden es lustiger, mich zu später Stunde im Wohnzimmer am Laptop sitzen zu sehen statt tagsüber im Coworking Space. Und am Ende erwischte es mich selbst natürlich auch. Mein Hausarzt war erfreut, wir hatten uns sechs Jahre lang nicht gesehen. Aber mit einem Kindergartenkind hat man automatisch die Eintrittskarte zu den wildesten Streptokokken-Partys. Yeah.

Okay, und was war jetzt mit dem MINDSPACE? Doch, ich bin da gewesen. Nur nicht so oft wie geplant. Das Piepen meiner Waschmaschine fehlte mir übrigens nicht, stattdessen durfte ich fremde Skype-Telcos belauschen. Wer die absolute Stille sucht, ist in den offenen Freelance-Bereichen am falschen Platz. Kommen und Gehen, Smalltalk und klingelnde Telefone gehören hier zur Geräuschkulisse. Jeder, der schon mal im Großraumbüro gearbeitet hat, kennt das. Im MINDSPACE geht es busy und quirlig zu – auf eine gute Art. Stress und schlechte Laune sind mir bisher nicht begegnet. Kann natürlich sein, dass sie sich dort irgendwo hinter verschlossenen Türen verstecken.

Kurz ein paar Facts zum MINDSPACE. Ein Open Space Desk gibt’s ab 250 Euro im Monat. Wer den Arbeitsplatz täglich nutzt und außerdem schnelles WLAN, Drucker und Kaffeemaschine braucht, für den rechnet sich die Mitgliedschaft ganz sicher. Es spricht auch nichts dagegen, es einfach mal auszuprobieren, denn der Vertrag ist monatlich kündbar. Allerdings, ein stylishes Office mitten in der City mit zahllosen Goodies (Massagen! Stadtsalat-Lunch! Kickertisch!) – das will man eigentlich nicht wieder her geben.

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Ich hoffe also, dass ich das MINDSPACE noch ein paar Mal nutzen kann im Februar und mir vielleicht sogar den Luxus gönnen darf, direkt nach der Arbeit zum Sport zu gehen (Knaller!). Den Abend mit „Marketing on Twitter & Instagram“ am 27. Februar hab ich fest eingeplant. Networking & Co. kamen bisher natürlich viel zu kurz. Aber ich bin optimistisch. Die nächste Streptokokken-Party steigt ohne mich!

Wenn meine zwei Test-Monate um sind, stellt sich die Frage: Mitglied werden oder nicht? Lohnt Coworking sich für mich? Wir werden sehen. Vielleicht buche ich mir gleich einen persönlichen Assistenten dazu, der alle Anrufe vom Kindergarten zu meinem Mann durchstellt. Ha!

Fotos: MINDSPACE

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Ein Gedanke zu “Coworking im Test: Zwei Monate im MINDSPACE Hamburg {Teil 2}

  1. Sehr interessanter Beitrag zum MINDSPACE. Ich habe es mir auch schon zwei Monate lang angesehen und stimme mit deinen Punkten überein. Wenn man Familie hat, ist das Homeoffice in den eigenen vier Wänden leider nicht durch das Cowirking zu ersetzen. Für junge Arbeiter finde ich es allerdings sehr empfehlenswert. Die Lage ist super und die gebotenen Leistungen sind wirklich super! Die monatliche Gebühr von 250€ ist definitiv gerechtfertigt. Anschauen lohnt sich.

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