Wie Du erkennst, ob Coworking für Dich das Richtige ist

Vor ein paar Tagen stieß ich bei Facebook auf diesen sehr lustigen Artikel im Magazin New Yorker, in dem sich wahrscheinlich jeder wieder erkennt, der im Home Office arbeitet.

Selbst wenn man nicht täglich ungeduscht im Schlafanzug fragwürdigen Essgelüsten nachgeht und sich ohne Zeitgefühl auf YouTube herumtreibt – aus der Freiheit, sich Arbeit und Privatleben vollkommen frei einteilen zu können, entwickeln sich früher oder später „Es-guckt-ja-keiner-Verhaltensweisen“, über die man niemals öffentlich sprechen würde.

Das fällt einem selbst zunächst vielleicht gar nicht auf. Aber wer hektisch nach der Hose sucht, wenn DHL an der Tür klingelt oder sich eine halbe Stunde vor Skype-Terminen eine Erinnerung mit dem Betreff „Frisur“ in den Kalender stellt, weiß genau, was ich meine.

Ich habe zwei Monate lang das MINDSPACE in Hamburg getestet. Mein Fazit gibt’s am Ende dieses Artikels. Vorher habe ich 5 Fakten für Dich, die ganz klar anzeigen, ob Coworking Dein Ding wäre.

  1. Gut gekleidete Menschen triffst Du eigentlich nur auf Netflix.
  2. Du arbeitest meistens ohne Mittagspause durch, gehst aber 17mal täglich zum Kühlschrank / zur Kaffeemaschine / an die Süßigkeiten-Schublade.
  3. Du findest einen strukturierten Tagesablauf vollkommen überbewertet, abonnierst dennoch diverse Blogs und Podcasts zum Thema Zeitmanagement. Du kommst nur irgendwie nie dazu, sie zu lesen bzw. anzuhören.
  4. Ein Vorteil am Home Office ist für Dich, dass Du tagsüber zum Sport gehen und dafür abends arbeiten kannst. Du warst aber in den letzten sechs Monaten weder tagsüber noch abends beim Sport.
  5. Du überlegst, ob eine Nebentätigkeit als Paket-Annahmestelle Dir ein sinnvolles Zusatzeinkommen erwirtschaften könnte.

Okay, Spaß beiseite. Mein Fazit fällt ganz klar PRO Coworking aus. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man den Laptop direkt neben dem Sofa aufklappt oder morgens das Haus verlässt und die Tür zum Privatleben für ein paar Stunden schließt. Gemixt mit der Freiheit, jederzeit entscheiden zu können, ob heute ein Home Office oder ein Coworking-Tag ist, ob Dir nach sozialen Kontakten und Business-Blüschen oder nach frisurenfreiem Schlumpflook zumute ist – besser geht’s nicht.

Bisher bin ich noch kein Mitglied im MINDSPACE. Die letzten zwei Monate haben mir mal wieder gezeigt, wie begrenzt planbar der Alltag mit einem Kleinkind ist. Oft habe ich lieber jede Minute zum Arbeiten genutzt – statt mich geschminkt und gestylt auf den Weg ins Cityoffice zu machen, um mich postwendend von einem Anruf aus dem Kindergarten wieder nach Hause abkommandieren zu lassen. Aber der erste Kita-Winter ist überstanden (yay!) und meine Sehnsucht nach einem Arbeitsplatz mit ausreichend Sicherheitsabstand zu Wäschebergen und Lego-Türmchen ist groß.

Für mein Budget für eine Büromiete gilt allerdings das Gegenteil. Ein Arbeitsplatz mitten in der City, plus Nebenkosten, Kaffee und Konferenzraum für insgesamt mehrere Hundert Euro – das würde ich mir nicht leisten wollen. Im Mindspace gibt es das Paket schon ab 250 Euro und on top eine Community aus Start-ups, Freelancern und etablierten Unternehmen, mit der man sich bei spannenden Events ganz easy vernetzen kann.

Das Projekt Out-of-Home-Office steht also definitiv auf meiner To-Do-Liste für 2017. Ich geh dann schon mal Blüschen shoppen…

Foto: Gabriel Beaudry

Dieser Beitrag wurde unter Hamburg veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s