Barista-Kurs in Hamburg bei den Public Coffee Roasters

Was haben mir die Hände gezittert, als ich auf „Publizieren“ klickte letzten Freitag, um Euch zu erzählen: Ich mach das jetzt einfach. Und wie habe ich mich danach gefreut! Über Eure Kommentare, Eure Herzchen auf Facebook und Instagram. Und über meine Blog-Statistik. Mit jedem „Gefällt mir“ wuchs das großartige Gefühl in mir, dass ich das Richtige tue. Und dafür möchte ich heute als Allererstes DANKE sagen. Vielen Dank für dieses überwältigende Feedback – es sind sogar schon die ersten Vorbestellungen für mein Buch eingetrudelt. Ach, Ihr seid so toll. Einen besseren Kick-off für dieses Projekt hätte ich mir nicht vorstellen können.

Am liebsten hätte ich sofort drauf los geschrieben. Aber für Freitagnachmittag stand ein wichtiger Termin in meinem Kalender: Blogger-Baristakurs auf der Elbe bei den Public Coffee Roasters. Über die Jungs habe ich vor drei Jahren schon mal gebloggt. Mittlerweile gibt es den leckeren Public Coffee in vielen Hamburger Cafés – zum Beispiel im Entenwerder1. Direkt daneben, in Sichtweite der Elbbrücken, liegt auch die Rösterei von Public Coffee. Genauer gesagt: Sie schwimmt auf der Elbe.

Hier trafen wir uns bei herrlichstem Frühlingswetter, um zu verstehen, wie der Kaffee in die Tasse kommt und wieso das schwarze Gold sowohl zum Niederknien als auch zum Weglaufen schmecken kann. Und, natürlich: wie sich mit Milchschaum Herzchen zaubern lassen.

Die Location auf der Elbe ist einfach der absolute Hammer. Hätte ich hier meinen Schreibtisch, ich wette mit Euch, mein Buch würde sich von selbst schreiben! Obwohl, mit dem Ausblick, und direkt nebenan gibt es den ganzen Tag Kaffee und Kuchen – vielleicht doch zu gefährlich.

Mit dabei waren Rike von Kaffee mit Freunden, Janina von Geheimtipp Hamburg, Hanna von foxycheeks, Isabelle von Sieben Sonnen und Katharina von femtastics. Ein sehr nettes Bloggergrüppchen, allesamt Kaffeejunkies. An Hintergrundwissen mangelt es allerdings bis jetzt. Martin, Mitarbeiter bei Public Coffee und SCA-zertifizierter Barista-Experte, wird das heute Abend ändern.

Eins vorab: Der Abend wurde lang. Wir sprachen über Kaffeebohnen, Kaffeemühlen, Kaffeemaschinen, über Lagerung, Röstung, Temperaturen, über Druck, Wasser, Milch und darüber, wer am Ende die Maschine sauber macht. Wenn Euch diese Themen in der Tiefe interessieren: Bucht unbedingt einen Barista-Kurs bei den Public Coffee Roasters. Das geht sogar bei Euch zu Hause – falls Ihr Euch gerade ein schickes Maschinchen gekauft habt und noch nicht genau wisst, wie Ihr aus dem edlen Ding wirklich alles rausholt. Hinterher macht Euch garantiert keiner mehr was vor.

In diesem Post allerdings erspare ich Euch Begriffe wie Acidity, TDS-Meter, Kaffeepuk und Dampfpflanze (meine zwei Lieblingswörter des Abends!) und fasse Euch meine 5 interessantesten Erkenntnisse zusammen.

  1. Siebträgermaschinen und Kaffeemühlen für zu Hause, die etwas taugen, gibt es ab 1.700 Euro. Tipps und Empfehlungen findet Ihr zum Beispiel im crema Magazin oder online im Kaffee-Netz. Ihr mögt lieber persönliche Beratung vom Spezialisten? Schaut mal bei Espresso Prego in Veddel vorbei.
  2. Die Kaffeemühle ist wichtiger als die Maschine! Der Kaffee muss gleichmäßig gemahlen werden, damit das Wasser langsam hindurch läuft. Wenn die Mühle keine gute Vorarbeit leistet, hilft auch die beste Maschine nichts. Im Zweifel also lieber mehr in die Mühle investieren und die günstigere Maschine kaufen…
  3. Weil das verwendete Wasser zu 99 % das Kaffee-Erlebnis bestimmen kann, arbeitet Public Coffee mit einem Osmose- und Filtersystem. Das Wasser wird ionisiert, mineralisiert und mit dem gewünschten Härtegrad versehen. Für zu Hause reicht aber auch ein BRITA-Wasserfilter – oder eine Flasche Volvic.
  4. Wie viel Kaffee in die Tasse kommt, wird in Gramm gemessen und nicht in Milliliter, denn die Crema sorgt für Volumen und dafür, dass die Kaffeemenge nach mehr aussieht, als sie ist.
  5. Milch darf auf bis zu 75°C erhitzt werden, damit Vitamine, Eiweiße und Fette und damit auch der Geschmack erhalten bleiben. Public Coffee (und viele andere Cafés in Hamburg) verwendet Milch vom Milchhof Reitbrook, die nur pasteurisiert und nicht weiter behandelt ist. Das schmeckt man! Ihr könnt die Milch zum Beispiel bei Frischepost (sowieso eine Empfehlung!) online bestellen.

Jetzt kommt mein Geständnis: Nein, ich habe weder ein Herz noch einen Schwan aus Milchschaum gezaubert. Ja, wir durften das üben und bei Martin sah es natürlich ganz einfach aus. Aber ich habe ausgerechnet, dass ich mir für 1.700 Euro ungefähr 650 mal einen Cappuccino bestellen kann in einem meiner Hamburger Lieblingscafés (die ich ganz unbedingt und dringend in einem Blogpost für Euch zusammenfassen muss). Keine weiteren Fragen. Oder?

Aber eins noch, ganz wichtig: Public Coffee eröffnet Ende Mai das zweite Café am Goldbekplatz in Winterhude! Mit Terrasse im Innenhof und Leckereien zum Kaffee. Sehr sympathisch finde ich, dass man hier ausschließlich bargeldlos bezahlen kann. Ich finde Bargeld ja eher anstrengend und unpraktisch und begrüße es sehr, wenn niemand mehr komisch guckt, weil man 5,80 Euro mit Karte zahlen möchte.

So. Bock auf Kaffee, anyone? Ich schon. Und so sehr ich schlechten, zu heißen, nach nichts schmeckenden, von überdimensionierten Milchschaum-Türmchen gekrönten und mit Nesquik-Pulver dekorierten Kaffee hasse: Irgendwo würde ich ja schon gern mal den Satz los werden: „Entschuldigen Sie bitte, aber dieser Kaffee schmeckt irgendwie total unterextrahiert!“ Nur leider versteht das dann wahrscheinlich niemand.

Fotos: Public Coffee Roasters

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