Gesagt, getan.

Hui, so schnell sind zwei Wochen rum. Zwei Wochen, seit ich mich getraut habe, zu sagen: „Ich mach das jetzt einfach.“ Heute ist Tag der Wahrheit, denn ich hatte ja versprochen, mich heute wieder hier zu melden, damit keiner von Euch im Elbgold anruft und ein Cheesecake-Verbot für mich verhängt. Nein, eigentlich, damit ich einen Grund habe, endlich anzufangen und nicht mehr diese „eines Tages vielleicht“-Wolke mit mir herumzutragen. Ich schreibe ein Buch. Man soll seine Ziele am besten jeden Tag aufschreiben. Wenn man eine Extraportion Druck möchte und leicht bekloppt ist, macht man das öffentlich. So wie ich.

Seit zwei Wochen sitzt mir dieses Gefühl im Nacken. „Naaaaa?“ gähnt es morgens beim Aufstehen und reibt sich die Augen. „Gestern haben wir wieder kein Buch geschrieben. Heute vielleicht?“ Dann guckt es mich an, als würde es mich nicht so richtig ernst nehmen. „Ein Buch, ja klar,“ sagt dieser Blick. „Und übermorgen das Drehbuch für den Hollywood-Blockbuster, hmm?“ Es kichert. Du garstiges kleines Kack-Gefühl. Dir werde ich es zeigen.

Also: Anfangen. Und das bedeutet nicht, vom Haus am Meer zu träumen, in dem das Buch sich fast wie von selbst schreibt. Sondern wirklich anzufangen. Am Anfang. Statt in einem Anfall überschäumender Euphorie ein Kapitel in die Festplatte zu hacken, dem nach der Hälfte die Luft ausgeht. Das ist nämlich sonst eher meine Art: Aufgaben ewig vor mir her zu schieben und dann von einer Sekunde auf die andere loszulegen, ganz schnell, bevor die Motivation wieder flöten geht. Manchmal funktioniert diese Strategie ganz gut. Wenn es darum geht, das Bad zu putzen zum Beispiel.

Ich möchte mit meinem Buch niemanden langweilen. Ich möchte keine Geschichte aufschreiben, die es genau so schon tausende Male gegeben hat. Ich möchte keine vorhersehbare Story und keine Passagen, in denen Ihr Kaffee holen, aufs Klo oder schlafen geht, weil sowieso gerade nichts passiert. Ich möchte das Buch schreiben, das ich selber gern lesen würde. Ein Buch mit Charakteren, die Ihr nach wenigen Seiten zu kennen glaubt und die trotzdem Dinge tun, die Ihr nie für möglich gehalten hättet. Ein Buch mit dunklen Sackgassen, in denen sich plötzlich Türen öffnen. (Nein, es wird kein Fantasy-Roman und auch kein Thriller. Ich hoffe, dass ich niemanden sterben lassen muss, aber das weiß man vorher natürlich nie so genau.)

Auch wenn mein Herz vor allem für die Wortakrobatik schlägt: Für all das brauche ich ein stabiles Logik-Gerüst, dem selbst das schlimmste Gefühlschaos nichts anhaben kann. Bevor ich mich in dunkle Sackgassen stürze, möchte ich wissen, welche Türen sich dort öffnen. Und wohin sie führen. Deswegen besteht mein Manuskript aktuell aus Mindmaps, Notizen und Ideen, die so langsam eine Struktur bekommen. Dabei helfen mir Bücher wie dieses.

Klingt langweilig? Ihr wollt jetzt endlich wissen, worum es geht in meinem Buch? Das verstehe ich gut. Ich weiß auch nicht, wer diese Geduld ist, von der immer alle reden. Aber ich brauche noch das eine oder andere Stück Cheesecake, bevor ich Euch mehr verraten kann. Ja? Zwei Wochen sind wirklich ganz schnell vorbei. So viel ist sicher!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s