Und es hat KLICK gemacht: So läuft es mit dem Buch.

Neulich, irgendwo in diesem Real Life:

„Sag mal, dieses Elbfrollein, hatte die nicht gesagt, sie wollte ein Buch schreiben?“

„Ja, stimmt, hatte sie. Ist aber schon ne Weile her.“

„Und macht sie das jetzt oder nicht?“

„Na ja, also gepostet hat sie dazu länger nix. Aber wer weiß, man sagt ja, je weniger jemand online abgeht, desto mehr passiert gerade offline…“

„Meinst du? Ich mein, so ein Buch, das schreibt man ja nicht mal eben so.“

„Nee. Aber die meint das schon ernst. Sie hatte doch sowas gesagt wie sie MUSS das schreiben.“

„Hmm, na ich bin mal gespannt. Sie könnte ja wenigstens mal wieder was posten dazu und nicht immer nur Kaffeetassen.“

Dieses Gespräch habe ich rein zufällig belauscht. Vielleicht fand es auch nur in meinem Kopf statt. Jedenfalls dachte ich mir: Stimmt!

Also: Natürlich habe ich viiiiel zu wenig Zeit, um mein Buch zu schreiben. Ständig ist irgendwas. Magazine müssen fertig werden. Meine Waschmaschine piept aufdringlich, mein Kühlschrank ist so leer, dass er mich auslacht, wenn ich ihn öffne. Auf meinem Schreibtisch stapelt sich Papierkram der gruseligsten Art – nein, keine Manuskripte. Behördenkram, Rechnungen und anderer Schriftverkehr mit Datumsangaben, die erschreckend weit in der Vergangenheit liegen.

Und wenn man dann mal denkt: „Jetzt hab ich Zeit!“, ist plötzlich Weihnachten.

Oder Netflix streamt einem dazwischen.

Irgendwas ist immer. Ihr kennt das. Aber neulich kam mir ein Gedanke. Ich fragte mich: Was ist mein wichtigstes Projekt? Nicht akut in diesem Moment im Sinne von „dringend“, sondern insgesamt. So Bucket-List-mäßig. Die Antwort: mein Buch. Und die zweite Frage: Wie viel Zeit widme ich diesem Projekt?

Die Antwort versteckte sich verschämt unterm Teppichboden und stellte sich tot.

Sie musste auch gar nichts sagen, denn mir wurde klar: So kann das ja nix werden. Hier stimmt ganz grundsätzlich das Verhältnis von Zeit und Priorität nicht.

Logisch, simpel, einleuchtend! Aber das sagen Mathelehrer auch. Und trotzdem kann es ganz schön lange dauern, bis man die Zusammenhänge versteht. Bei mir hat es an dieser Stelle jedenfalls „klick“ gemacht. Und plötzlich lief es irgendwie.

Ich habe aufgehört, zu viel Zeit auf Facebook und Instagram zu verschwenden und meinen Newsfeed aufgeräumt. Einiges an Interior-Food-and-Style-Gedöns raus geschmissen, weil Kaufrausch und Heißhunger echte Störenfriede sind in Sachen Produktivität. Und stattdessen angefangen, andere Autoren zu stalken. Wenn ich jetzt doch mal wieder im Social Web festhänge, erinnern sie mich mit ihren Posts daran, dass ich ja eigentlich was anderes tun wollte. Danke übrigens! Hilft echt.

Im Klartext: Innerhalb der letzten drei Monate habe ich in Sachen Buch mehr geschafft als im ganzen letzten Jahr. Meine Hauptfiguren haben Namen, Jobs, Wohnungen und Haarfarben und tun mir irgendwie Leid, weil: Die haben echt Probleme, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Sorry, Leute. Wenn es bei Euch einfach so liefe, würde das ja niemanden interessieren. Aber wir kriegen das hin! Noch ein bisschen mehr Drama im dritten Akt und dann…

Der Plot steht jedenfalls. Grob zumindest. Und je mehr er Form annimmt, desto mehr Bock habe ich, weiterzumachen. Ich habe das Genre definiert (Entwicklungsroman!) und wenn mich jemand fragt, was ich so mache, antworte ich: „Dieses und jenes und außerdem schreibe ich ein Buch.“ Und es fühlt sich nicht mehr so an, als wäre ich vier Jahre alt und würde behaupten, dass ich mal Feuerwehrmann werde, wenn ich groß bin.

Das Tollste: dieser Moment, in dem ein Projekt anfängt, wirklich Spaß zu machen.

Man kann plötzlich gar nicht mehr aufhören! Und muss aufpassen, dass sich die Waschmaschine nicht irgendwann einen Wolf piept und dem Kühlschrank das Lachen vergeht vor lauter Flow. Aber ganz ehrlich: leere Wäschekörbe und volle Kühlschränke stehen auf keiner Bucket List.

Also, ich muss dann mal wieder. Herzlichen Dank an Stephan Waldscheidt, Annika Bühnemann und alle anderen, die sich so bereitwillig stalken lassen von Menschen wie mir. Wir wissen das zu schätzen!

2 Gedanken zu “Und es hat KLICK gemacht: So läuft es mit dem Buch.

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